Wie wir die Corona-Auszeit für uns nutzen

Wie wir die Corona-Auszeit für uns nutzen

Nachdem nun schon seit fast zwei Wochen alles runtergefahren ist, kaum noch Flüge unterwegs sind, das öffentliche Leben ruht, alle Veranstaltungen abgesagt wurden und das Unterwegssein zur Ausnahme wird, haben wir endlich einmal Zeit durchzuatmen.

Die Welt und wir atmen nun frei

Die Luft ist sauberer, die CO2 Werte verbessern sich und die Menschen sind zurückgeworfen zum ganz persönlichen Selbst. In der chinesischen Medizin steht die Lunge stellvertretend für die Trauer. Sie sagt, alles was auf der körperlichen Ebene mit unseren Atemwegen zutun hat, betrifft eine unverarbeitete Trauer in uns.

Es ist sehr spannend, dass die Corona Epidemie unser Leben lahmlegt und uns gleichzeitig Zeit zum Durchatmen gibt. Wir können diese Zeit nutzen, um zu erkennen, was uns lange vom Durchatmen abhielt und welche Trauer wir vielleicht noch still in uns tragen.

Was ist es, was uns das Ein- und Ausatmen erschwert?

Wenn wir uns die Atembewegungen anschauen, dann spiegeln diese die Rhythmen des Lebens wider.

Einatmen, Aufnehmen, Kraft holen, Energie sammeln, das Yang-Prinzip.

Ausatmen, Gehenlassen, Fallenlassen, Vertrauen, Ankommen, das Ying-Prinzip.

Alles geschieht ohne Mühe und immer in einer Einheit aus Bewegungen. Auf das Einatmen folgt das Ausatmen und auf das Ausatmen folgt das Einatmen. Es ist der natürlichste Rhythmus des Lebens. Wie die Mondphasen 28 Tage dauern, so wechselt der Atem immer wieder vom Ein zum Aus. Es findet kaum merklich statt, doch ohne ihn gäbe es kein Leben.

Das Atmen ist elementar. Auf der gesellschaftlichen Ebene ist es sehr offensichtlich, welche Elemente uns am Atmen hindern. Schlechte Luft, Umweltverschmutzung, Smog, Abgase, Industrieaustöße, Schadstoffe und vieles mehr. All den äußerlichen Einflüssen, denen wir besonders in Städten und an Verkehrsknotenpunkten ausgesetzt sind.

Wie atmen wir auf der seelischen und zwischenmenschlichen Ebene?

Was hindert uns, ganz durchzuatmen? Was ist blockiert, um aufzunehmen und in Leichtigkeit abzugeben? Woher kommt diese Schwere, die das Durchatmen verhindert? Welche Trauer tragen wir noch unerkannt in uns? Was blockiert unsere Leichtigkeit?

Nun ist eine großartige Zeit, um sich mit seinem ganz persönlichen Anliegen auseinanderzusetzen.

Wir alle sind zurückgeworfen auf unser Selbst, auf unsere ganz private Ebene. Aus philosophischer Sicht eine hervorragende Zeit all seine Ängste anzuschauen. In der Öffentlichkeit kamen diese bereits verstärkt zur Schau. Hamsterkäufe beispielsweise zeigen eine Angst vor Kontrollverlust und stellen ein zwanghaftes Festhalten an vermeintlichen Sicherheiten dar.

Die Angst vor Vereinsamung und Ausgrenzung, wird diese Tage ziemlich stark gefühlt. Die Angst vor dem Ungewissen und dem Unerkannten, macht sich bemerkbar. Die Angst nichts mit sich anfangen zu können und das pure Zurückgeworfensein auf sich selbst, wird zur Unerträglichkeit.

Es geschieht nun eine Art Zoom auf all die Dinge, welche vielleicht nicht optimal in deinem Leben verlaufen.

Wo bist du gerade? Welche Menschen sind um dich herum? Bist du allein und vielleicht gar selbst isoliert? Hast du dich in den letzten Jahren etwas von deinen Mitmenschen abgewandt und warst gar zu fokussiert auf deine Karriereleiter?

Manche sagen ja, die Karriereleite ist lediglich die Innenansicht des Hamsterrads. Egal, wie weit du auch versuchst aufzusteigen, dass Rad dreht sich einfach weiter. Hoffentlich begreifen wir die Täuschung, jemals oben anzukommen bald. Wir können so schnell wie möglich versuchen diese Leiter emporsteigen, brav Karriere machen, doch das Rad gibt seine Täuschung eine Leiter zu sein erst auf, wenn wir daraus aussteigen und begreifen. (Dir ist das noch zu suspekt? – Der Widerstand enthält oft eine Botschaft

Vielleicht sitzt du nun mit deinem Partner zu Hause und ihr beide erkennt, dass ihr euch schon lange nicht mehr glücklich macht. Es könnte sogar sein, dass ihr euch noch nie aus ganzem Herzen liebtet (weil ihr es noch nicht gelernt habt). Dennoch könnt ihr eine wichtige gemeinsame Aufgabe haben. Ist diese bereits gelöst? Müsst ihr sie noch bearbeiten? Warum habt ihr zueinandergefunden? Was bindet euch?

Die Zeit zum Durchatmen

Schau dich in deinem Leben um. Nun hast du Zeit. Wir erhalten alle gerade dieses einmalige Geschenk, unser Leben ganz in Ruhe zu betrachten. Dieses großartige Geschenk Zeit, dass wir nun alle erhalten, sollten wir dankbar annehmen.

Wir können sie unserer Familie widmen, wir können uns kreativ austoben, endlich einmal all die Dinge tun, die wir seit Ewigkeiten tun möchten. Wir können die Zeit nutzen, um neues Leben zu schaffen. Wir dürfen nun einmal nur sein. Nachdem ganzen Schaffen, Schaffen, Einatmen, Handeln, Tun, Luftanhalten, Durchhalten und Rotieren. Dürfen wir nun Anhalten, Ausatmen, Seinlassen, Dasein, Runterkommen, Ankommen und Genießen.

In dieser Zeit des Soseins, haben wir die Chance unser Leben anzuschauen und auch eventuelle Trauer zu verstehen.

Vor was sind wir weggerannt? Was hat uns auf diese Seite des nur Eintamens, Machen und Tuns springen und festklammern lassen? Warum haben wir die Seite des Ankommens vernachlässigt? Liegt da vielleicht die Angst? Angst kommt aus dem lateinischen und bedeutet die Enge. Was macht uns eng? Was schnürt uns ein, was schnürt uns die Luft ab? Was beengt uns? Nun haben wir Zeit, uns diese Fragen ehrlich zu stellen. (Vertrauen in Umbrüchen ist dabei sehr hilfreich)

Schau dein Leben an

Was ist gerade da? Was hast du die letzten Jahre kreiert? Magst du, was du siehst? Was umgibt dich? Was fehlt dir? Bist du beruflich glücklich? Was machst du gern? Was bereitet dir Freude? Liebst du dein Umfeld? Bringt dein Partner dich zum Lachen? Verbringst du gern Zeit mit deinen Freunden? Hast du Freude an deinen Kindern? Erfüllt es dich, mit allen zusammenzusein?

Bist du einsam? Warum hast du dich für dieses Leben entschieden – bewusst oder unbewusst? Warum haben deine Eltern (emotional) noch eine solche Macht über dein Leben? Wo bist du unfrei? Was hält dich zurück, glücklich zu sein?

Nun ist die Zeit, ehrlich zu sich selbst zu sein.

Und erinnere dich: Das alles wird auch wieder vorbei gehen!
Genieße die Pause und entdecke deine Herzensangelegenheiten wieder. Was macht dir Freude? Was wolltest du schon immer gestalten? Hol die verstaubte Gitarre heraus und übe endlich dieses eine Lied oder komponiere ein Stück. Renoviere deine Küche, zeuge Nachwuchs, topf deine Pflanzen um, lese endlich dieses Buch, gestalte einen Gastbeitrag für styxme und erkenne dein Selbst. (Schau auch nochmal nach, wie Konzepte zum Freisein gelingen können)

Ich wünsche Dir viel Freude dabei !!

Übrigens:

Für mein Buchprojekt: Freiheit und die Angst davor, für das ich glücklicherweise auch gerade mehr Zeit bekomme, sammle ich noch Erfahrungsberichte. Falls du mir von dir erzählen möchtest, schreib mir gern unter kontakt@styxme.de  und berichte mir:

Was macht dir Angst?

Sicherheitsverlust? Kontrollverlust? Ausgrenzung? Einsamkeit? Armut? Isolation? Höhe? Erfolg? Tod (…) ?

Was ist Freiheit für dich?

Finanzielle Absicherung? Bewegungsfreiheit? Ende aller Wünsche? Selbstbestimmtheit? Wahlfreiheit (….) ?

Da wir alle nun das Geschenk der Zeit bekommen. Wie wäre es mit einem Gastbeitrag in der styxus-Reihe? Magst du selbst? Oder kennst du Künstler-Freunde und Freigeister, die Interesse haben, ihre Geschichte zu präsentieren? Dann schreib gern an kontakt@styxme.de und öffne das Willkommenspaket.

Teilnahmebedingung ist es, sich in den Newsletter einzutragen, Teil der styxme Gemeinschaft zu werden und Freude bei der Selbsterkenntnis haben 🙂

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Posted on: 22. März 2020styx

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