Widerstand als Botschaft

Immer wenn uns etwa zu viel wird, wir das Gefühl bekommen nichts geht mehr oder wir vor etwas Unbeweglichen gestoßen sind, dann haben wir es wahrscheinlich mit einem Widerstand zu tun. Sie tauchen immer dann auf, wenn sich etwas Grundlegendes in unserem Leben ändert oder ändern will.

Was genau sind Widerstände?

Widerstände äußern sich meist in Blockaden, sogenanntem Dichtmachen, Abwehr, Flüchten und Ausreißen. Widerstände sind fast immer emotionaler Herkunft. Etwas geht nicht, wir stecken fest und kommen nicht weiter.

Sie äußern sich in einem Unwillen, das Verlangte oder sogenannte „Richtige“ zu tun. Ein starker Gegenwille zieht uns in eine entgegengesetzte Richtung. (Vielleicht reguliert sich alles ins Gegensätzliche)

Wir können einfach nicht. Etwas hält uns ab.

Eine gigantische Mauer stellt sich uns entgegen und sie scheint undurchdringbar. Selbst wenn wir nach vorne gehen möchten, geht es nicht. Wir stecken fest oder kommen nicht los.

Widerstände äußern sich beruflich sowie im zwischenmenschlichen Bereich. Wir haben ein Projekt und können uns einfach nicht aufraffen. Unser Partner möchte mit uns zusammenziehen, doch wir erleben uns selbst immer wieder in Ausflüchten. Unsere Eltern möchten mit uns in den Urlaub fahren, doch dieser Gedanke versetzt uns regelrecht in Panik. Wir sind emotional blockiert.

Was scheint die Lösung?

Die Blockaden, welche die Widerstände errichten, haben eine Botschaft. Sie möchten uns vor etwas bewahren. Sie sind im Grunde gut und wir sollten lernen, die Sprache des Lebens zu verstehen.

Wenn wir an einen Widerstand geraten, will uns dieser meisten vor etwas schonen. Irgendeine kindliche Angst oder ein altes Verhaltensmuster schützt uns und meint es im Grunde gut damit.

Doch meist passen diese Schutzfunktionen nicht länger in unsere Gegenwart. Sie hatten einst eine entlastende Funktion, sind heute jedoch längst überholt. Wir sollten uns also davon lösen, damit wir uns ent-wickeln können.

Wir sollten die Botschaft des Widerstands verstehen. Vor was genau will es uns schützen?

Zunächst müssen wir Innehalten und den Widerstand wertfrei betrachten. Das ist die beste Strategie. Wir sollten mit dem Widerstand gehen, anstatt einen Widerstand gegen den Widerstand aufzubauen. Dies würde nur eine endlose Kette von Verstrickungen kreieren.

Der Widerstand sagt uns vielleicht auch nur, dass wir noch mitten in einem Prozess stecken und kurz innehalten sollen. Es kann auch sein, dass zunächst noch ein Schritt getan werden muss, um weiter zu gehen. Wir sollten den Widerstand ernst nehmen.

Im Prinzip war der Widerstand schon immer da.

Auch das sollten wir uns klar machen. Was sich verändert sind wir. Denn wir haben uns noch nie soweit nach vorne gewagt, um diesen Widerstand überhaupt zu spüren. Nun ist also die perfekte Gelegenheit gekommen, mit dem Widerstand zu gehen, ihn zu verstehen und anzunehmen, um ihn dadurch aufzulösen. (Das können wir zum Beispiel durch Radikale Akzeptanz tun)

Nehmen wir ein Beispiel. Wir möchten am städtischen Marathon teilnehmen. Jeden Morgen um sieben stehen wir auf und trainieren dafür. Nach der anfänglichen Euphorie lässt unsere Motivation allmählich nach. Wir kommen kaum noch aus dem Bett, alles tut weh und wir sind kurz vor dem Aufgeben.

Ein Widerstand tut sich auf.
Ist der neu?

Nein, denn im Grunde sind wir an die Grenzen unserer Kondition geraten. Wir waren schon immer in solch einer körperlichen Verfassung, nur jetzt, kriegen wir es zu spüren.
An dieser Stelle ist es entscheidend, wie wir weiter vorgehen.

Sollten wir einen Widerstand gegen den Widerstand aufbauen? Das tun wir, indem wir aufgeben und uns einreden „das alles sei eh eine blöde Idee gewesen“, „ich kann das nicht“, „noch nie war ich..“ Und welche Ausreden man sonst noch so aufbringen kann, um einen Widerstand im Widerstand zu rechtfertigen.

Stattdessen könnten wir auch den Widerstand akzeptieren und ihn anerkennen, dass er da ist. Statt uns ihm hinzugeben, können wir auch innehalten und die Ernährung umstellen, um weiter zu machen oder uns eine Massage gönnen. Wir sollten ihn auf jeden Fall ernst nehmen und nicht einfach aufgeben.

Wir sehen zwar, dass wir an eine Grenze stießen und können doch trotz alle dem stolz auf uns sein, wie weit wir schon gekommen sind. Der Widerstand in Form unserer körperlichen Kondition war schon immer da, nun können wir auch darüber hinaus gehen und ihn auflösen. Wir sind fit und dürfen uns ent-wickeln und dadurch vom Altem (Widerstand) lösen.

Was sind die Botschaften des Widerstands?

Widerstände zeigen sich immer bei Veränderungen.
Widerstände waren schon immer da, nur sind wir noch nie so weit gekommen.
Nehmen wir unsere Widerstände als Chance uns weiterzuentwickeln wahr.
Das Mitgehen des Widerstands, hilft uns, uns vom Alten zu lösen.

Und niemals sollten wir vergessen:

Widerstände führen zu persönlichen Durchbrüchen!
Also nur Mut zum Widerstand ! 😉

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