Vertrauen in Umbrüchen

Wir alle kommen früher oder später in Lebensumstände, die sich monatelang wie ein umhüllender Nebel um uns herum ziehen können. Allmählich und hartnäckig wie ein sich ausleierndes Gummiband harren wir in Situationen aus, die immer mehr nur noch grenzmäßig erträglich sind.

Was genau ist falsch an der gegenwärtigen lage?

Wir können die Unstimmigkeit nicht genau punktieren, wir können nicht hundertprozentig erklären, was direkt disharmonisch ist. Dennoch fühlt es sich die gesammte Zeit über falsch an und das mit unter schon seit Monaten oder gar Jahren.

Dieser Nebel wird immer dichter mit der Zeit und wir immer unfähiger die Umrisse unseres Daseins zu erkennen.

Es stimmt einfach nicht! Aber was genau?

Das ist kaum auszumachen.

Von außen sieht alles perfekt aus. Wir haben einen Beruf, der schön klingt und was hermacht. Wir haben einen Partner, der gut zu uns ist und mit den man sich sehen lassen kann. Wir haben eine schön eingerichtete Wohnung und durch unseren schön klingenden Beruf, können wir alles brav bezahlen.

Doch wenn wir abends im Bett liegen, fühlen wir diese Schwere. Und wenn wir morgens aufstehen, möchten wir am liebsten liegen bleiben. Vielleicht ist das nur der Novemberblues? Vielleicht ist es aber auch unser inneres Wohlsein, dessen Befinden immer abgedämpfter und mehr und mehr aus der Balance geriet.

Wir dürften uns ja eigentlich nicht beschweren, wir haben ja alles. Dennoch sind wir latent unzufrieden. Also Hand auf´s Herz und sich ehrlich fragen, woher kommt das? (Vielleicht gilt der Widerstand als Botschaft)

Wir sind verstrickt im Sicherheitsdenken

Kompromissen und dem Frieden oder Wohlsein zu liebe begannen wir irgendwann einmal, kleine Eingeständnisse zu tun. Beruflich wie privat, sagten wir Ja, obwohl der einzige Vorteil Bequemlichkeit war. (Was ist der Antrieb dahinter? Welche Motivation steckt in der Absicht?)

Nun, nach einer länger anhaltenden Periode des Ausweichens, zieht der Nebel immer dichter und wir werden regelrecht gezwungen innezuhalten. Durch Krankheiten, Krisen, Trennungen werden wir verstärkt angehalten, um nach innen zu schauen und den Nebel klar als solchen zu identifizieren.

Es geht so nicht weiter.

Wir müssen es uns eingestehen: Wir haben den Weg unseres Herzens verloren. Wir erinnern uns schon gar nicht mehr daran, wann wir uns selbst verlassen haben. Wir wissen nur, wir sind festgefahren und außerstande uns vor noch zurückzubewegen. Das einzig helfende, scheint noch ein Sprung zu sein. Vielleicht auch die Flucht nach vorne.

Wie kommen wir also wieder da raus?

Wir müssen zunächst den Umbruch anerkennen

Wir müssen akzeptieren, dass das Vergangene ausgedient hat und wir die Zukunft noch nicht sehen. Die Gegenwart in Lebensumbrüchen ist meist voller Unsicherheit, Ängste und Verlust. Wir versuchen, das schwankende Boot festzuhalten und verkrampfen uns selbst dabei. Die Kontrolle, die wir erhalten wollen, verschlimmert unsere Lage nur noch und lässt den Umbruch brutaler erscheinen. Alles was wir festhalten, entrinnt sich unserem starren Griff.

Loslassen, Geschehenlassen, Vertrauen

In solchen Zeiten ist es besonders wichtig, innezuhalten, zur Ruhe zu kommen und lernen zu vertrauen. Wir sollten uns ganz den Gegebenheiten hingeben und sie zunächst einmal werturteilsfrei annehmen. Hören wir auf zu kämpfen. Wir sind eh blind im Nebel und würden nur sinnlos um uns herum schlagen. Das kostet lediglich Kraft, bringt aber keine Klarheit.

Lassen wir die Ungewissheit zu

Wenn wir die Scheinsicherheiten aufgeben, die uns Glück und Erfolg versprechen und beginnen wirklich auf UNS SELBST zu hören, dann beginnen wir wahrhaft zu LEBEN.
Wir mögen im Grunde unseren Job nicht? Dann sollten wir kündigen! Wir sind mit unserem Partner zusammen, weil er uns nicht verlassen würde. Dann sollten wir uns fragen, was Liebe ist. Wir leben an einem Ort, weil alle anderen auch dort leben, dann sollten wir uns mit unseren Bedürfnissen auseinandersetzen. (Du kannst dein „Ding“ finden, indem du Die Wahl des eigenen Lebensweges triffst)

Kontrolle im Außen, spiegelt Unsicherheit im inneren

Vertrauen heißt, das Ungewisse im Außen auszuhalten und die innere Zuversicht zu haben, dass sich alles zum Besten wenden wird. Das Leben gibt uns stets alles und viel mehr, was wir benötigen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass es zu unserem Vorteil geschieht, wenn wir es geschehen lassen.

Im Vertrauen handeln

Wenn wir für uns erkannt haben, was uns unglücklich macht und in die Krise stürzte, ist es an der Zeit dieses ehrlich anzuerkennen und respektvoll loszulassen.
Wir sollten uns besonders in Lebensumbrüchen, ab einem gewissen Punkt angewöhnen, nicht zu viel über unsere Pläne zu reden, sondern sie einfach umsetzen. Das Reden mit anderen hat meist den Nachteil, das wir erst Recht in Unsicherheiten geraten. Solange wir noch im Nebel stehen, spüren wir zwar intuitiv unseren Weg, können ihn aber noch nicht ganz klar umreißen. Solange sind wir noch das schwankende Boot.

Wir können nur vertrauen. Wir sehen lediglich den allernächsten Schritt und den sollten wir gehen, im Vertrauen darauf, dass er uns zu unserem eigenen Weg führen wird!

Vergleich Dich nicht!

Wir sollten uns unter keinen Umständen mit anderen Wegen vergleichen, besonders nicht in Umbruchphasen, da man dadurch leicht seinen eigenen Kompass verliert. So ein Nebel kann hartnäckig sein.

Die Lösung: MACHEN, VERTRAUEN, SCHRITT FÜR SCHRITT GEHEN und sich seiner unmittelbaren Gegenwart hingeben, im Vertrauen darauf, dass alles zum Besten geschieht.

Wir sollten losgehen

Lassen wir das Grübeln hinter uns und vertrauen darauf, dass wir das Richtige tun. Das Richtige für uns, ist manchmal für alle anderen verkehrt. Das spielt aber keine Rolle, denn unser Weg ist schließlich unser Weg, also eine ganz private und eigene Sache. Aus diesem Grund kann das zu viele drüber reden mit anderen, irreführend werden. Besonders in entscheidenden Lebensumbrüchen, wie neuer Job, neuer Partner oder ein neuer Ort. Sagen wir Adé Scheinsicherheit und gestatten wir uns SELBST zu LEBEN.

Bringen wir den Mut auf, auf unser Herz zu hören und den Status Quo zu verlassen.

Seien wir ehrlich zu uns Selbst, nehmen wir die Angst vor der Ungewissheit an und vertrauen auf das Beste, dass alles in Frieden, Freude, Freiheit und Fülle geschieht.

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