Richtig Wünschen mit den Rauhnächten

Das Wissen um Zyklen nutzen, für gelingende Neujahrswünsche.

Das Leben besteht aus Zyklen. Sie sind mal länger und mal kürzer. Wir erleben täglich einen 24 Stunden Rhythmus aus Tag und Nacht, einen Mondzyklus aus Vollmond – Neumond – Vollmond. Wir erfahren die Sonne in verschiedenen Zyklen und in einem Sonnenjahr gibt es immer wiederkehrende Sonnenfinsternissen. Zum Beispiel findet am 14.12 eine Sonnenfinsternis (nur auf der Südhalbkugel zu sehen) in der Himmelsposition des Schützens statt, die alle 19 Jahre an dieser Sternenposition auftritt (doch an unterschiedlichen Orten auf der Erde zu sehen ist). Größere Zyklen durchlaufen die äußeren Planeten unseres Sonnensystems. So treffen sich (aus der Perspektive unserer Erde) Jupiter und Saturn am 21.12 an einer Stelle, an dem sie sich das letzte Mal 1405 begegneten. Das war ein wirklich langer Zyklus. Übrigens ist dieses Spektakel am Himmel zu bestaunen, schau die nächsten Wochen mal öfters zu den Sternen!

Wir sehen, alles ist immer mal da und alles, ist immer mal nicht da, denn alles hat seine Zeit.

Selbst für Epidemien gibt es einen (groben) 100 Jahre Rhythmus. So wütete die Spanische Grippe 1918, die Cholera 1817, die Beulenpest  in Frankreich 1720.

Mit diesem Wissen möchte ich heute über die Tradition der Rauhnächte und des Wünschens sprechen. Wir haben alle ein anstrengendes Jahr hinter uns und können ein paar gute Hoffnungsschimmer gebrauchen. Ich denke, jeder hat auf irgendeine Weise Frustration erlebt und die allgemeinen Einschränkungen sind auf Dauer belastend. Seht diese Zeit als die »Ruhe vor der großen Freude« an, die 1920er waren auch ziemlich aufregend.

Was hilft positiv zu bleiben, ist der zuversichtliche Blick in die Zukunft. Genau dabei möchte ich euch unterstützen und gleich eine uralte Wintertradition ans Herz legen, mit dem Gedanken an die Zyklen im Leben.

Der Mondzyklus

Ein Mondzyklus ist 28 Tage lang und geprägt vom Lauf als Vollmond zum Neumond und wieder zum Vollmond. Wie durch die Ebbe und Flut, zieht sich der Mond im immer gleichen Rhythmus zusammen und dehnt sich wieder aus. Der Mond umschließt somit einen immer gleichen Rhythmus aus Neubeginnen und Loslassen.

Traditionell sagt man, dass die Zeit vom Vollmond zu Neumond dazu gedacht ist, Dinge loszulassen. Der Mond schrumpft und wird kleiner, er geht auf Diät und konzentriert sich auf das Wesentliche. Die Zeit vom Neumond zum Vollmond, dient dem Wachstum und ermutigt, Dinge zu beginnen und reifen zu lassen. Der Mond wird voller, die Flut steigt und die Zeit eignet sich gut für Neuanfängen.

Ich mag diese Ansicht sehr. Denn sie besagt, alles hat eine Zeit. Eine Zeit des Loslassens und eine Zeit des Neubeginnens. So dienen die Tage zum Vollmond, sich zu fragen, was mittlerweile überflüssig im Leben ist. Vielleicht eine Angewohnheit, wie zu viel Alkohol trinken oder unnötige Dinge kaufen. Diese Gewohnheit kann losgelassen werden und zwei Wochen später zum Neumond, wird mit einer gesünderen Lebensweise begonnen. So könnte man einen Mondzyklus für sich nutzen.

Es gibt in 27 Jahren 11 Jahre mit 13 Vollmonden, da das Mond- und das Sonnenjahr unterschiedlich sind. Alle 2,5 Jahre gibt es 13 Vollmonde im Jahr. Sonnenfinsternisse finden übrigens nur an Neumonden statt, wenn Erde und Sonne in einem bestimmten Schnittpunkt zum Mond stehen. Genau das passiert am 14.12.2020

Das Besondere an der Sonnenfinsternis zum Neumond

In der Mythologie wird die Sonne dem männlichen Prinzip zugeordnet und als die Dinge, die wir wollen verstanden. Der Mond steht für das Weibliche und beschreibt die Dinge, die wir brauchen. Jeder Mensch hat diese zwei Urbedürfnisse in sich. C. G. Jung beschrieb sie mit der Anima (weibliches Prinzip) und dem Animus (das männliche Prinzip), in der östlichen Philosophie werden sie als Ying und Yang verstanden.

Jeder Neumond ist eine Zeit für Neubeginne für die Dinge, die wir brauchen. Der Mond steht für das Nährende, Mütterliche, Umsorgende und unsere Geborgenheit.

Mit der Sonnenfinsternis wird das Prinzip des Männlichen verstärkt. Es ist zusätzlich ein Neugebinn, für die Dinge, die wir wollen, welche wir begehren, für die wir kämpfen und uns einsetzen.

Gleichzeitig steht jeder Mondzyklus unter einem ganz bestimmten Motto. Der jetzige Neumond findet im Zeichen des Schützen statt. Dieser ist Zeus bzw. in seinem lateinischen Namen Jupiter zugeordnet und steht für Expansion, Wahrheit, Vertrauen in das Gute, Zuversicht, höhere Bildung, positives Denken, Reisen, Entdeckungen, Kreativität und Humor. Das letzte Mal, das es solch eine Sonnenfinsternis an dieser Stelle geschah, war der 14.12.2001.

Im übertragenden Sinne findet ein Ringen zwischen dem, was wir wollen und dem, was wir brauchen statt und wir dürfen dieses Tauziehen in uns vereinen.

Ein Neuanfang

Außerdem sehr spannend ist, dass Jupiter als »großer Beschützer« bezeichnet wird. Als fünfter Planet in unserem Sonnensystem hat er solch eine hohe Gravitationskraft, dass er all die vorbeifliegenden Kometen, Asteroiden und Gesteine in seine Umlaufbahn zieht und dadurch verhindert, dass sie ungebremst auf unsere Erde einschlagen. Jupiter beschützt uns im wahrsten Sinne und hat schon mehr als einmal unsere Existenz gerettet. Für diesen Schutz steht das Schütze-Prinzip.

Mit diesem Wissen dürfen wir uns fragen, welchen Neuanfang wir beginnen möchten.

Was brauchen wir im Leben, um uns entfalten zu können?
Was möchten wir erreichen, um Lebensfreude zu spüren?
Was brauchen wir, um uns geliebt und genährt zu fühlen?

Behaltet immer im Hinterkopf: Alles was wir jetzt beginnen, steht unter einem großen Schutz (Neuanfang im Schützen, mit weiblichem und männlichem Prinzip vereint). Wir sind Glückskinder, das müssen wir nur für uns nutzen. Es kann darum 2021 (kaum) etwas schief gehen. Ein paar Rest Asteroiden Schlingeln sich wahrscheinlich immer mal wieder an Jupiter vorbei, das gehört einfach dazu.
Wie können wir nun dieses mystische Wissen für uns nutzen?

Rauhnächte

Die Rauhnächte heißen auch die »12 heiligen Nächte« und sind ein uralter europäischer Brauchtum. Es dient dazu, Wünsche für die zwölf kommenden Monate (oder Mondzyklen) abzugeben. Bauern taten das, um für gutes Wetter in den einzelnen Monaten zu bitten.

Sie stammen aus der vorchristlicher Zeit und sind mit allerlei Aberglauben und Märchen belegt. Im 19. Jahrhundert versprachen diese Nächten unverheirateten Frauen um Mitternacht an einer Wegkreuzung ihren Zukünftigen zu treffen. Auch wurde Wäsche waschen in diesen Nächten untersagt, sonst drohe Elend (Quelle: BR). Allerlei Domänen und Hexen wurden für diese Nächte genutzt und so entstanden zahlreiche Märchen und Legenden.

Für die Rauhnächte werden 13 Wünsche aufgeschrieben und an 12 Nächten verbrannt.

Es heißt, um 12 der 13 Wünsche wird sich gekümmert und der 13te Wunsch ist unsere Aufgabe für das kommende Jahr. Eigentlich ein ziemlich guter Deal, oder?

In der Nacht zur Wintersonnenwende am 20.12/21.12 beginnt die erste Rauhnacht und endet an Neujahr. In der christlichen Adaption beginnt man am ersten Weihnachtsfeiertag dem 25.12 und endet zu den Heiligen Drei Könige am 6.1. im neuen Jahr.

Ich persönlich finde den Beginn zur Wintersonnenwende schöner, da die Tage wieder länger werden, ein tatsächlich astronomischer Wechsel stattfindet und ich am Neujahrstag meinen 13ten Wunsch öffnen kann.

Wunschanleitung

In den nächsten Tagen bis zum Abend des 20.12 überlege dir 13 Wünsche, die du für das neue Jahr 2021 hegst. Denke daran, alles steht unter einem großen Schutz, denn die Rauhnächte fallen in das Schützeprinzip, welches durch die Sonnenfinsternis verstärkt wird.

Schreibe dir deine 13 Wünsche auf dreizehn Zettelchen auf. Lege alles in eine hübsche Schüssel oder Schale. Nimm ruhig eine Hübsche. Es sind ja deine Wünsche, sie verdienen nur das Beste. Überlege dir dreizehn Wünsche und Ziele, die du im neuen Jahr verwirklicht haben möchtest und vertraue darauf, dass ihre Erfüllung unter einem guten Stern steht.

Da jeder Wunsch für einen Monat steht, ist es gut das ganze Jahr im Blick zu behalten. Außerdem ist die Formulierung wichtig, schreibe sie in der Präsenzform, zum Beispiel: »Ich lebe meine Berufung«, »Ich habe eine wunderbare Beziehung«, »Mein Reisekonto ist pralle voll« usw.

»Be careful, what you wish for«. Achte auf deine Wünsche. Möchtest du wirklich mit Alex eine Beziehung? Oder möchtest du eine Beziehung? Manchmal ist es eher das Gefühl der Dazugehörigkeit, nach dem wir uns sehnen. Überlege dir, was du wirklich willst. Ein dickes Bankkonto oder die Freiheit, dass zu tun, nach was du dich sehnst? Da gibt es einen ganz entscheidenden Unterschied. Frage dich, was würdest du mit dem finanziellen Fluss anfangen?

13 Fragen, die dir bei der Wunschformulierung nützlich sein können:

* Wie erlebst du deine Berufung?
* Was macht dich frei/unabhängig?
* Was sind deine tiefsten Träume?
* Für was setzt du dich ein?
* Was verspricht dir Wohlstand?
* Wie sieht Leichtigkeit in deinem Leben aus?
* Wo fühlst du dich wohl?
* Was ist deine Bühne, wo möchtest du strahlen?
* Welchen täglichen Gewohnheiten, möchtest du nachgehen?
* Wie bringst du Schönheit in dein Leben?
* Was möchtest du erreichen?
* Wie möchtest du dich weiterentwickeln?
* Was ist dein Herzenswunsch?

Wünsche für 2021

An den kommenden zwölf Abenden vom 20.12 bis zum 31.12 (oder am 25.12 bis 06.01), wirst du jeweils einen Wunsch verbrennen und dadurch loslassen, im Vertrauen, dass dieser unter einem großen Schutz wahr wird. Jeden Abend verbrennst du einen Wunsch, bis du am 31.12 (oder 5.1) zwölf Wünsche verbrannt und du weißt, dass sich darum gekümmert wird. Du brauchst nichts weiter zutun. Am 1.1 (oder 6.1) öffnst du den letzten Zettel und schaust, welcher Wunsch übrig ist. Um diese Erfüllung kümmerst du dich selbst.

Im Grunde entspringt diese Herangehensweise einer alten Tradition. Haben die Menschen früher um etwas gebeten, legten sie ein kleines Opfer dar. 12 Wünschen gehen in Erfüllung, bei einem, musst du nachhelfen.

Wir bekommen oft das im Leben, nachdem wir fragen. Die Kunst ist es nur, danach zu fragen, im Vertrauen, es auch zu erhalten. Die einzige Schwierigkeit liegt oft darin, überhaupt zu formulieren, was wir möchten. Das ist das ganze Geheimnis: Wünschen (Neumond) – Vertrauen (Jupiter-Prinzip) – Loslassen (Vollmond) – Erhalten.

Führe die Rauhnächte gern mit Freunden und Familie durch. Vor dem Verbrennen ist eine kleine Mediation und ein In-Sich-Gehen sehr schön, um alles in einer besinnlichen Ambiente zu vollziehen. Besonders in den dunklen, kalten Tagen eignen sich Kerzen und Düfte, um den Rauhnächten in einem schönen Ritual zu begegnen.

Ich wünsche Dir viel Freude bei den Rauhnächten und die Erfüllung deiner Wünsche!

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