Muster ändern? Nö!

Wir kennen das ja alle, wir tun etwas und enden in einer komischen Situation, die uns eigentlich gar nicht passt. Vielleicht tun wir es dann nochmal und schließlich nochmal und dann erkennen wir: Upps! Das ist ja ein Muster.
Aber tun wir denn etwas Falsches?
Was genau ist ein Muster?

Muster sind Wiederholungen. Nietzsche würde sagen: Eine ewige Wiederkehr – etwas kehrt zu uns wieder, immer und immer wieder.
Doch was ist eigentlich so falsch daran?

Besteht nicht das ganze Leben aus Wiederholungen?
Die Sonne geht auf, die Sonne geht unter.
Der Mond wird zum Vollmond, der Mond wird zum Neumond.

Immer und immer wieder, wiederholt sich das Leben.

Es sind Rhythmen des Lebens.
Wir haben Hunger.
Wir sind satt.
Wir haben Lust.
Wir sind befriedigt.
Wir wollen mehr.
Wir haben genug.

Was ist also falsch daran, Muster zu leben?

Wir kennen es: Wir tun etwas und dann sagen uns andere: „Das sind alte Muster, die musst du durchbrechen“.
Achja?
Das heißt also, so wie ich mein Leben lebe, stimmt es nicht. Irgendetwas ist also falsch an meinem Leben? Und schwups, wir haben dieses unangenehme Gefühl, das wir nicht richtig sind. Denn wir haben ja diese bestimmten Muster.

Kann es sein, dass vielleicht gar nichts an unseren Gewohnheiten verkehrt ist, nur andere können sie nicht nachvollziehen. Es sind ja schließlich unsere Muster!

Wir haben einen ganz persönlichen Rhythmus im Leben. Manchmal sind die Ergebnisse einfach nicht passend. Das hat aber weniger etwas mit unseren Mustern zu tun, als eher mit den Perspektiven die wir einnehmen. Denn stimmen die Ereignisse, die durch unsere Muster kreiert werden nicht, dann liegt das vielleicht gar nicht an den Mustern selbst, sondern daran das wir schlicht noch nicht am richtigen Ziel sind.
Ist das falsch? (Ein Grund dabei könnte in der Motivation in der Absicht liegen.)

Wir sollten uns nicht pathologisieren lassen.

Es ist in Ordnung, sich auszuprobieren und seine Rhythmen zu finden und einfach sein zu lassen. Wenn es dann manchmal nicht klappt, na dann eben nicht. Dafür gibt es doch wieder neue Wiederholungen, mit anderen Früchten und Erträgen.

Vielleicht war einfach noch nicht der richtige Partner, Job, Stadt, Freundschaft dabei, mit denen wir ganz unsere ureigensten Muster leben dürfen und wo unsere Rhythmen so passend sind, wie sie eben sind.

Wir sollten uns nicht als falsch etikettieren, wenn etwas nicht stimmig ist.
Wir sollten uns und anderen auch nicht die Schuld daran geben, wenn mal etwas nicht passt, sondern es einfach so hinnehmen wie es ist.

Und falls wir unseren Mustern müde werden, dann können wir sie ja auch ändern. Aber nur, weil wir es so wollen und nicht, weil jemand meint, „das sind aber komische Muster, die du da lebst“. Nö! So nicht.

Vielleicht müssen wir einfach mehr Mut aufbringen, zu uns zu stehen, besonders wenn wir scheinbar seltsame Gewohnheiten haben. So sind es doch unsere, die uns ausmachen und als die Menschen erscheinen lassen, die wir sind. (Oft hilft auch einfach Radikale Akzeptanz)

Falls wir jedoch erkennen, dass wir zwanghaft in ungesunden Mustern feststecken, die uns nicht guttun, dann Stopp! Hier brauchen wir eine große Portion Mut, um uns diese Sackgasse einzugestehen und uns daraus zu befreien. Das funktioniert, indem du deinen Wiederholungszwang auflöst.

Doch solange du Spaß hast und dich in allen Facetten deiner Selbst erfährst, lebe deine Muter!

Hab Mut zu merkwürdigen Gewohnheiten!

Mut zum wahren Selbst!

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