Mara’s Gewöhnung

Mara’s Gewöhnung

Drittes Kapitel – Gewöhnung
[…]
Wie gewohnt betrachtete sie die gewöhnliche Klinge auf ihrer Haut, doch entgegen ihrer Gewohnheit, denn für gewöhnlich endete die ungewöhnliche Betrachtung der unbenutzten Klinge mit einem staunenden Starren auf ihrer Haut, gab sie nun ihrem ungewöhnlich drängenden Impuls nach und stach fest zu.
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In dieser damals gegenwärtigen Betrachtung vernahm sie keine gewöhnlich hämmernden Gedanken und sie vernahm keine ungewöhnlich verstörenden Gedanken. Mara dachte entgegen ihrer Gewohnheit nicht nach und sie dachte entgegen ihrer Gewohnheit an Nichts.
[…]
Ungewöhnlich schwungvoll und ungewöhnlich fest schnitt sie sich mit der gewöhnlichen Klinge in den linken Oberschenkel und sie schnitt sich ungewöhnlich schwungvoll und ungewöhnlich fest mit der gewöhnlichen Klinge in den rechten Oberschenkel. Bei der ungewohnten Betrachtung dieser Schnittverletzungen verspürte sie einen ungewöhnlich brennenden und einen ungewohnt zerrenden Schmerz in den ungewohnten Schnittstellen. Sie sah, wie ihre Haut sich aufklaffte und sie sah, wie quellende Blutstropfen stoßartig aus den ungewohnt aufklaffenden Wunden schossen.
Abermals stach sie ungewöhnlich schwungvoll in ihre Oberschenkel und wiederholend stach sie ungewöhnlich kraftvoll in ihre Oberschenkel und wiederkehrend stach sie ungewöhnlich ruckartig in ihre Oberschenkel und fortwährend stach sie ungewöhnlich fest in ihre Oberschenkel und fortlaufend stach sie ungewöhnlich schnell in ihre Oberschenkel und derartig entrückt stach sie immer und immer wieder ungewöhnlich ausholend in ihre Oberschenkel und auf ungewöhnliche Weise verspürte sie keinen gewöhnlich Schmerz.
Ihre Beine, die zu diesem damals gegenwärtigen Zeitpunkt etwa fünfzig ungewohnte Schnittverletzungen trugen, schienen ihr ungewöhnlich, ja beinahe ungewohnt, als gehörten diese nicht länger zu ihrem eigenen Fleisch und Blut.
Das ungewohnt wallend fließende Blut aus den ungewöhnlich tief klaffenden Schnittstellen an ihren Oberschenkeln tupfte sie behutsam mit gewöhnlichem Toilettenpapier ab und sie spürte keinen gewöhnlich brennenden Wundschmerz. Sie verspürte so geartet keine gewöhnlich Einhalt gebärdende Angst und sie fühlte folglich keine niederdrückend oder gewöhnliche Ohnmacht, denn sie spürte eine ungewöhnlich durchdringende Erleichterung und sie verspürte eine ungewöhnlich und sehr beruhigende Ausgeglichenheit.
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Posted on: 15. August 2019styx

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