Lily The Pink*

Es war einmal, an einem schönen Sommertag,
da saßen Marie Jane und Susi Lou beisammen,
als Telefonisten stets am heißen Draht.
Wollten sie mehr, als nur Telegrammen.

Es war die Zeit der Prohibition,
in Chicago der 1920er Jahre
Die Freundinnen immer am Phone,
wussten von der heißen Ware.

Einmal richtig im Rausch zu Gange sein,
war ihr größtes Sehnsuchtsvergnügen,
der urban Blues und alles ganz geheim,
wollten sie sich im Ausgehen üben.

Tanz und Spaß ganz nüchtern betrachten,
Kamen ihnen gar nicht in die Tüte,
Sie wollten, was andere ihnen vormachten
Und zeigten sich, in schönster Blühte.

In Mutters Schrank fanden sie die Tinktur,
ursprünglich speziell für Frauen entwickelt.
Eine außerordentlich berauschende Kur,
mit Einwurf ihr ganzer Körper prickelt.

Von Lydia Pinkham war die medizinische Arznei,
stark im üblichen Alkohol verloren.
Gegen Frauenschmerzen und allerlei,
wurde es ganz neu geboren.

Schnell sprach sich dieses Wunder herum,
und ein Trinksong wurde geschrieben,
„Lily the pink“ taten viele kund,
und die Nächte wurden durchtrieben.

Marie Jane und Susi Lou tanzten ganz verzückt,
bis sich der Morgen vor die Schatten schlich.
Bald zart benebelt und vage entrückt,
bis der Zauber nun lückenhaften Erinnerung wich.

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Lydia Pinkham war die Erfinderin eines „pflanzlich-alkoholischen“ Getränk für Frauen, dass bei Menstruations- und Menopausenbeschwerden Abhilfe schuf. Es enthielt eine nicht unbeachtliche Menge an Alkohol und ist noch heute in etwas abgemilderter Form erhältlich.


Zu Zeiten der Prohibition war es als Arzneimittel frei erhältlich und gewann dadurch eine ungeahnte Popularität, mit eigens kreiertes Trinklied: Lily, the Pink. Es wurde 1968 von der britischen Komikertruppe The Scaffold vertont und besungen.

 

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