Freiheit durch Entscheidungen

Wir wandern durch das Leben. Auf unseren Wegen treffen wir die verschiedensten Menschen, mal bleiben sie länger in unserer Gegenwart, mal verweilen sie nur kurz. Manches Mal sind diese Begegnungen sehr intensiv, manchmal nur oberflächlich.

Doch sie alle tun etwas mit uns. Sie erwecken Gefühle.

Es kann vorkommen, dass Dinge anders laufen, als es sich unser Herz wünschte. Wessen Schuld ist das? Unsere?
Haben wir versagt? Nein!

Solche Gedanken entstehen, da wir im Augenblick minder unserer Selbst stehen. Denn es darf richtig sein, dass zwei Personen, zwei verschiedene Ansichten vertreten und diese grundverschieden sind.

Oft geschieht es, dass Gefühle des Schmerzes, des Nichtverstandenwerdens, der Angst, der Einsamkeit, des Versagens in uns hochkommen, da unser Gegenüber ganz anderer Ansicht ist, als wir. Wessen Schuld ist das? Unsere? Nein!

Unseres Gegenübers? Nein!

Was genau ist es?

Es sind einfach zwei sich nicht vereinbare Standpunkte.
Es sind zwei verschiedene Perspektiven.
Das erweckt Emotionen.
Doch für sich genommen, sind es zwei verschiedene Sichtweisen auf eine Situation.

In solchen Augenblicken haben wir die Freiheit, die Gefühle zu erkennen als das, was sie sind: Gefühle. Sie sind weder gut noch böse. Schlecht oder schön. Angebracht oder unangebracht. Das sind alles Interpretationen, die wir ihnen geben. Zunächst einmal sind sie einfach da. Sie sind was sie sind. Gefühle.

Durch die Etiketten und Einteilungen, die wir ihnen zuordnen, kreieren wir ein Dilemma. Denn in dem wir sagen: „Oh, das fühlt sich schlecht an“. Suchen wir mittels unserer selektierten Wahrnehmung nach Bestätigung des „sich schlecht Anfühlens“ und voilà, wir finden etwas und fühlen uns nur noch schlecht.

An diesem Punkt sollten wir eine Entscheidung treffen.

Wir haben die Wahl uns zu entscheiden, uns nicht schlecht zu fühlen.
Wir haben die Wahl zu kennen, was Gefühle sind: Gefühle.
Wir haben die Wahl uns nicht von unseren Emotionen komplett einnehmen zu lassen.
Wir haben die Wahl Gefühle anzunehmen, wahrzunehmen, ihnen Raum zu geben und sie schließlich gehen zu lassen.

Es gibt uns eine unwahrscheinlich große Freiheit, Entscheidungen zu treffen.
Wir haben die Freiheit uns zu entscheiden, wie wir eine Situation betrachten und ob wir die Gefühle, die entstehen, annehmen und ziehen lassen oder annehmen und uns daran festklammern.

Wir haben die Freiheit, Verantwortung für uns und unsere Gefühle zu übernehmen.

Wir haben die Freiheit unsere Gefühle die durch Andere oder bestimmte Situationen in uns ausgelöst werden nicht persönlich zunehmen, sondern als das anzuerkennen, was sie sind: Gefühle. Sie dürfen da sein, sie müssen uns aber nicht vereinnahmen.
Das ist die Freiheit unserer Entscheidung.

Wenn Andere uns wegstoßen, weil sie selbst von Gefühlen überrannt werden – meist von Emotionen, die schon lange in ihnen gespeichert sind und bei bestimmten Triggerpunkten freigesetzt werden – haben wir die Freiheit, es okay sein zu lassen. In solch einem Fall ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dieses Wegstoßen nichts mit unserer Person an sich zu tun hat, sondern das Resultat der Angst des Anderen ist.

Was können wir tun?

An diesem Punkt können wir uns entscheiden, uns nicht für die Dysfunktionalität des anderen verantwortlich zu fühlen.

Entscheide dich, Ihn oder sie nicht zu retten oder heilen oder beschützen zu wollen, so werden Emotionen lediglich getriggert und die eigene Dysfunktionalität gefüttert, was wiederum eine Spirale der Co-Abhängigkeit in den Gang setzt.

Entscheide dich stattdessen, es einfach sein zu lassen. Nimm das Gegebene an, wie es ist, ohne Etikett oder Schubladen oder Urteile. Du kannst dich entscheiden, es in Zukunft einmal anderes handzuhaben, doch der gegenwärtige Moment ist einfach, wie er ist. Siehe dazu radikale Akzeptanz.

Wir alle haben die Wahl zur Entscheidung.

Wir können uns entscheiden glücklich zu sein. Dazu müssen wir die Entscheidung treffen, es auch sein zu wollen. Habe ich mich einmal wirklich entschieden, aus dem Sumpf der Trübsinnigkeit, der Opferrolle, der Traurigen, des Verlassenen auszusteigen, übernehme ich Verantwortung für mich und letztendlich für den Anderen. Denn ich überhäufe mein Umfeld nicht länger mit meiner Dysfunktionalität.

Habe ich mich einmal entschieden ein glückliches Leben zu führen, so nehme ich meine Gefühle an, gebe ihnen Raum, erlaube ihnen aber auch zu gehen, denn das Leben ist alles andere als statisch. Ich akzeptiere andere in ihren Gefühlen und entscheide mich gleichzeitig, mich davon nicht vereinnahmen zu lassen.

Die Freiheit der Entscheidung bedeutet, wirkliche Verantwortung für das eigene Lebensglück zu übernehmen. Die Verantwortung, im Hier und Jetzt zu sein und all die Etiketten, Verurteilungen, Schilder, Schubläden zu öffnen, und den Dingen ihren Raum zu lassen, ohne sie beschriften zu müssen.

Das ist die wichtigste Entscheidung zum Glück. (Wie Wahl des eigenen Lebensweges, ist ebenso existenziell.)

Wir haben die Freiheit, uns für ein glückliches Selbst zu entscheiden.

Wir müssen es lediglich tun.

Und zwar jeden Tag aufs Neue.

Jeden Morgen wenn wir aufstehen, sollten wir uns für einen glücklichen Tag entscheiden. Wir müssen es lediglich jeden Morgen sagen.

Jeden Abend, wenn wir ins Bett gehen, sollten wir uns für einen glücklichen nächsten Tag entscheiden. Wir müssen es lediglich jeden Abend tun.

Es ist nicht schwer, sich für ein glückliches Leben zu entscheiden. Die einzige Herausforderung besteht darin, es jeden Tag zu tun. Doch auch hier haben wir wieder die Freiheit der Entscheidung, es jeden Tag zu tun.

Also nehmen wir uns die Freiheit, uns zu entscheiden! Und zwar für unser wahres Selbst, und das will glücklich sein.

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