Es war im Dschungel von Boswana

ENGLISH VERSION

Ein Klang.

Beinahe ein Rhythmus.

Wirbelnd kreist das Laub.

Ist es schon Herbst?

Nein, es ist ein Dröhnen.

Zu laut.

Die Unbildung ist am lautesten.

Krach.

Lärm.

Das Leben passiert aus Unschicklichkeiten.

Ich war im Psycho-Camp.

Eifersucht.

Fieber.

Wut.

Ich schrie laut-los.

Ist denn niemand hier, der mich versteht – war mein Gedanke.

Dann.

Später.

Wurde meine Identität kopiert.

Wie fragst du?

Ich erzähle es dir.

Es war im Dschungel von Boswana.

Es war eine Kokosnussfinca.

Im Norden. An der Grenze zu Honduras.

Ich traf diesen Mann.

Wir redeten und redeten und redeten.

Es war, als sei er aus meiner Haut gepellt, mein Seelenspiegel, mein Animus.

Unsere Blicke trafen sich, unsere Hände berührten sich, unser Geist nickte zustimmend, doch den Mut einen Schritt aufeinander zuzugehen brachte keiner von uns zustande.

Einige Wochen verharrten wir so.

Er nahm Rücksicht auf Juli, die auch auf der Finca lebte und seit der schnellen Nummer während einer durchzechten Nacht, in dem stillen Verlangen verharrte, dass es noch einmal passieren würde und ich nahm Rücksicht auf ihn.

Sie schlich um mich, beobachtete mich, spielte meisterlich die verletzte Seele und war Königin in dem Fach der emotionalen Manipulation.

Ich war einfach bloß baff.

Von ihr, von ihm, von dieser Konstellation, von dem Psycho-Theaterstück, das gespielt wurde. Dieses kleine subtile Drama, das sich stillschweigend zwischen uns abspielte.

Diese Andeutungen von ihm und das stille Drängen von ihr. Ich als Fremde sprengte dieses monatelange Harren in wartender und zurückstoßender Manier. Ich brachte alles zum Kochen, die unterschwelligen und lange brodelnden Gefühle schossen hoch. Ich war der Katalysator.

Dann..

Später..

Ich wurde krank.

Ich bekam eine heftige Magenverstimmung, wie noch nie.

Krämpfe, wie noch nie.

Ich lag so da, konnte nichts mehr tun, weder lesen noch etwas schauen.

Ich lag so da und konnte nichts trinken, obwohl ich einen so trockenen Mund hatte, das ich kaum zu schlucken vermochte. Nahm ich etwas zu mir, verkrampfte mein Magen dermaßen, dass ich laut-los schrie.

Also lag ich so da.

Bereit zu sterben, wenn es denn sein müsse.

Dann.

Sie kam.

Sie war wütend.

Sie stampfte.

Mit ihrer passiv aggressiven Art forderte sie mich auf Ihr zu sagen, was ich hier tue, was ich wolle und was ich genau habe. Sie war so zornig und ich hielt ihre Theatralisierung nicht aus. Ich spürte, wie sie kochte und ich fing selbst an zu kochen.

Fieber.

Fieberschübe.

Ruckartig.

Plötzlich fiel ich um.

Ich lag auf dem Boden.

Niemand kam.

So starb ich.

***

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