Empfindlichkeiten entstehen aus Minderwertigkeiten

Empfindlichkeiten entstehen aus Minderwertigkeiten

Wir alle haben sie: unsere wunden Punkte. Es gibt immer irgendetwas, was uns verletzt.

Warum? Weil es einen wahren Kern triggert, der vielleicht stimmen könnte?

Warum werden wir wütend, wenn uns etwas nicht passt? Vielleicht weil wir ertappt worden?

Warum macht uns etwas traurig, wenn Dinge nicht unseren Erwartungen entsprechen, vielleicht weil es an alten Verletzungen rührt?

Warum sind wir manchmal so kränklich oder nehmen alles persönlich und sind regelrecht zwanghaft, wenn es nicht unserem Willen folgt? Vielleicht weil wir noch in unseren Schatten leben und nie lernten unseren eigenen Wert zu definieren.

Alles was massive Empfindlichkeiten auslöst, hat, garantiert etwas mit uns selbst zu tun. Wir alle kennen das. Etwas was uns nicht loslässt, uns schier wahnsinnig macht, klammernd, unverstanden, flehend, wütend, kontrollierend und sich unberechenbar anfühlt, hat irgend eine Seite unseres Selbst im Griff, die wir nicht im Griff haben.

Aber was genau ist es?

Zunächst müssen wir erkennen, was Empfindlichkeiten in uns auslösen.

Im Grunde ist das sehr verschieden und kann nur individuell beantwortet werden. Ein paar Fragen helfen jedoch, um uns hinter die Fassaden zu führen.

Was ärgert mich und warum?
Welche Aussagen nehme ich persönlich und warum?
In welchen Situationen hatte ich schon einmal Rachegedanken und warum?
Welche Verhaltensweise, von welcher Person kränkelt mich und warum?

Hat das Warum vielleicht irgendetwas mit meinem Selbst zu tun?

Was macht mich traurig und warum?
Welche Aussagen verletzen mich und warum?
Welche Personen kränkeln mich, mit welchen Handlungen und warum?
Welche Situationen machen mich traurig und warum?

Hat das Warum vielleicht irgendetwas mit meinem Selbst zu tun?

Empfindlichkeiten triggern meist unbewusste Verhaltensweisen, die wir selbst leben, aber nicht erahnen. Wenn wir beispielsweise geizig sind, weil wir in der Vergangenheit herbe Verluste erleiden mussten, halten wir unser Geld heute ziemlich zwanghaft fest. Wenn wir uns diesem Mechanismus nicht bewusst sind, nutzen wir meist Projektionen auf Andere und halten denen ihren Geiz vor. Wenn jemand uns nun selbst des Geizes bezichtigt, reagieren wir ziemlich empfindlich darauf. Denn es rührt an einen wahren Herd. An diesen kommen wir jedoch nicht heran, da er das Resultat unseres Verlustes ist, das wir einst verdrängen mussten.

Meistens sind diese unbewussten Empfindlichkeiten schmerzhaft und aufwühlend, da wir uns ihrer, lange Zeit nicht bewusst sein dürften.

Wir leben also minder unseres wahren Wertes. Denn Geiz, wie im vorangegangenem Beispiel, ist lediglich ein Resultat der Umstände, in die wir geworfen wurden. Diese Umstände haben aber nichts mit unserem wahren Selbst zutun.

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Was ist unser Selbstwert?

Wir können den Wert unseres Selbst definieren, indem wir all die Konditionen und Wertprojektionen Anderer als solche erkennen.

Ein einfaches Beispiel sind Religionen. Angenommen wir wachsen in einer protestantischen Familie auf. All die Verhaltensweisen und Muster, denen wir ausgeliefert sein mussten, sind im Grunde nicht übereinstimmend, mit den Werten, die wir brauchen, um authentisch zu leben. Wir fühlen uns beispielsweise eher dem Buddhismus hingezogen.

Wenn die Herkunftsfamilie uns erlaubt, einfach zu sein, wie es unserem Selbst entspricht, haben wir kaum Widerstände und leben den Wert unseres Selbst. Wachsen wir jedoch in einer kontrollierden Umgebung auf, in denen jeder eigenständige Versuch als massive Kränkung aufgefasst wird, ordnen wir unser Selbst zu Gunsten Anderer unter. Wir leben dann minder unserer Selbst und sind ähnlich unserer Unterdrücker, selbst unterdrückt.

Eine ewige Wiederkunft (Nietzsche). Wir passen uns an, leben minder unserer Selbst oder wenden uns radikal ab, falls es keine natürliche Toleranz anderer Werte gibt.

Solange wir uns anpassen, zugunsten eines vorbestimmten Selbst von Anderen, sind wir Empfindlichkeiten ausgeliefert. Denn wir leben schlicht minder unserer Selbst und sogenannte Triggerpunkte erinnern uns daran.

Solange es unbewusst bleibt, bleiben wir empfindlich. Bewusstmachung heißt, sich der Anpassung zu stellen und den Druck der Unabhängigkeit aushalten, um ganz das wahre Selbst zu werden.

Wie können wir verhindern minder unserem Selbstwert zu leben?

Zunächst müssen wir uns ehrlich eingestehen, was wir momentan leben. Unser Selbst? Oder verharren wir noch minder unserer Selbst?

Der Schlüssel zum wahren Selbst heißt Authentizität !

Wenn wir beginnen authentisch zu leben, wer wir sind und was für uns richtig ist, dann leben wir authentisch,
Wir leben dann existenziell erfüllt.
Wir erleben dann Glück.

Ein authentisches Leben zu führen, heißt, es existenziell zu erleben.
Den Wert dieses Lebens, definieren wir aus dem Erleben unseres Selbst. Definieren kommt aus dem Lateinischen de-finere und bedeutet eine Grenze ziehen, sich abgrenzen.

Irgendwann im Leben kommt ein jeder von uns an dem Punkt, wo er sich entscheidet ganz nach seinem Selbst zu leben oder sich für die Werte anderer aufgibt. Das muss nicht streng im Widerspruch liegen, doch konkurrieren meist verschiedene Wertesysteme miteinander.

Haben wir unseren Selbst-Wert definiert: Das was uns wichtig ist, dass was uns Freude bereitet, antreibt und abstößt. Dann wissen wir um unser Selbst und von diesem Standpunkt aus, können wir ein authentisches Leben führen. Wir akzeptieren die Selbstwerte andere, auch wenn sie nicht mit unserem übereinstimmen. Wir wollen niemanden missionieren, denn die Freiheit des Anderen ist genau so wichtig wie die Freiheit des eigenen Selbst.

Der existenziell freie Mensch lebt seinen Selbstwert, nach den Werten, die für das eigene individuelle Leben festgelegt wurde. Dieser Wert kann ganz und gar verschieden sein. Was für die einen das reinste Vergnügen ist: Z.B. das Straßenchaos in Indien – „Dinge sind nicht planbar und passieren einfach“, kann für den anderen zum reinsten Horror werden: Z.B. das Straßenchaos in Indien – „Dinge sind nicht planbar und passieren einfach“.

Wir sehen, beide Wahrnehmungen sind in Ordnung.

Wenn wir entgegen unseren Werten leben und dadurch entgegen unserer Authentizität, sind wir existenziell nicht frei, wir sind nicht wir. Indem wir uns zu sehr den Maßstäben Anderer anpassen, vergraben wir unser authentisches Glück und bleiben gefangen in einer Minder-Wertigkeit unserer Selbst. Meist bemerken wir es an unseren Empfindlichkeiten.

Also lasst uns Leben!
Lasst uns ein existenziell freies Leben leben.
Lasst uns authentisch glücklich sein.

Posted on: 10. Juni 2019styx

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