Die Reise zum wahren Selbst

True Journey – Die eigene Reise zum wahren Selbst

Styxus ∞ Ute Behrendt

Im Interview spreche ich heute mit Ute Behrendt. Seit sechs Jahren lebt Ute in Peru und arbeitet gemeinsam mit der Sacred Plant Medicine in der Shipibo Tradition. Ute stellt eine Verbindungsbrücke des Westens zum Shipibo Schamanismus zur Verfügung und vereint sorgsam Spiritualität mit Psychologie. Was genau das ist und wie Ute im Einzelnen arbeitet, erklärt sie uns im Video.

Neben ihrer Tätigkeit in eigenen True-Journey Masterplant Retreats in der Ucayali Region, arbeitet Ute als Facilitator für ein bekanntes Ayahuasca Center in der Iquitos Region. Ute begleitet Menschen in ihren Heilungs- und Umwandlungsprozessen als Transformations- und Integrationcoach.

Viel Spaß beim Anschauen des Interviews und vielleicht bekommst du auch Lust, dich auf eine Reise zum wahren Selbst zu begeben.

Name: Ute Behrendt
Tätigkeit:

Psycho-spiritual Inquiry Mentor und Educator
Facilitator – Sacred Plant Medicine – Shipibo Tradition
Integration Coach

(Aktueller) Ort: Pucallpa, Ucayalli Region, Peru

www.true-journey.net

english version

Fragebogen

1. Was ist Kunst für dich?

Kunst ist für mich die Manifestation einer Inspiration, einer Vision, einem Traum, Gedanken oder einer Idee.
Kunst bringt etwas in die Welt der Sinne, so das es mit anderen Menschen geteilt werden kann. Kunst wird in die Existenz gebracht, um einen Traum auszudrücken oder andere Menschen in ihrer Vorstellung zu inspirieren.
Kunst ist eine Art Brücke zwischen Vorstellung/Traum und der physisch erlebten Welt. Kunst verbindet unterschiedliche Welten, sie ist grenzenlos und oft experimentell. Kunst ist offen und öffnet Türen der Vorstellung und der Wahrnehmung.

Lebensführung stellt sich für mich als Kunst dar. Ein Leben, in welchem man „künstlerisch“ und inspiriert kreieren kann. Einen Lebensflow, welchen man auf eine offene und neugierige Art und Weise navigiert. Man kann das Leben durchaus als Tanz sehen, in welchem wir dynamisch im Kreieren und Sein sind.
Wir Menschen sind multidimensionale Wesen, die über ihr Sein über die körperlichen Begrenzungen hinaus erfahren können. Viele Menschen haben das vergessen und Leben sehr begrenzt innerhalb vom Tellerrand, festgefahrenen Glaubensmustern und selbst angenommenen Regeln.
Lebenskunst, ist die Kunst des Lebens, den individuellen Lebensraum und Lebenserfüllung zu kreieren, in welchem man expandiert und seinem eigenen Sein freien Lauf lässt.
Ich meine damit nicht, dass „die Kunst des Lebens“ eine einfache Kunst ist.

2. Ist in deinen Augen jeder Mensch ein Künstler (oder hat zumindest das Zeug dazu?) Wie stehst du dazu?

Is everyone an artist in your opinion (or at least has what it takes)?
What is your perspective?
Das liegt an jedem Menschen selber, was er sich zu sein erlaubt. Geht es um ein Konzept oder geht es darum, multidimensionale Erfahrungen zu machen, die Wunder wie sie passieren zu erleben?
Bist du in der Lage von vorgegebenen Konzepten loszulassen? Dann bist du für mich ein Lebenskünstler!
Wir selber sind verantwortlich für unsere Entwicklung und unsere Kreationen im Leben.
Ich mag das Wort „Künstler“ in dem Sinne von „ein kreierender Mensch“. In diesem Sinn ist jeder Mensch ein Künstler, zumindest ein Teil in ihm.
Es gibt mir ein spielerisches, offenes und bekräftigendes Gefühl, wenn ich mein Leben als mein persönliches Kunstwerk sehe.
Das Menschsein an sich, ist eine Kreation. Vom „Nichts“ in den „menschlichen Körper“ und dann erschafft und kreiert er sein Leben. Wenn man es aus dieser Sicht sieht, hat der Mensch gar keine andere Wahl, er kann gar nicht anders als kreieren.


Seine Gedanken, Ideen und Vorstellungen bringt er in die Existenz. Er wandelt sein „Sein“ in ein „Etwas“, er manifestiert und erschafft die ganze Zeit. Bewusst und unbewusst.
Ich versuche, Menschen dazu ermutigen bzw. Sie daran zu erinnern, dass sie verantwortlich dafür sind, wie sie auf das Leben antworten beziehungsweise was sie kreieren.
Sich einen inneren freien Raum zu erschaffen, um bewusst zu kreieren, braucht eine individuelle klare Entscheidung und Commitment.
Kunst und Kreation liegt in jedem Menschen. Wir sind Schöpfer, wir haben eine Schöpfungsenergie in uns und es gibt unendliche Kanäle wie wir dies von unserem Inneren nach Außen kanalisieren.

3. Was sind Kreationen für dich?

Kreation kann nach Außen getragen werden, das bedeutet das es wahrnehmbar auch für die Außenwelt ist.

Kreation kann ebenso im subtilen Bereich stattfinden. Ich kann einen Gedanken oder einen Glauben kreieren. Ebenso kann ich Gefühlsmuster oder Gefühle kreieren.

Diese Art von „inneren“ Kreationen, sind der Samen für Manifestationen im Umfeld und geben wiederum Impulse im Außen, was weitere Kreationen anstößt. Für mich sind Kreationen nicht unbedingt linearen Ketten von Zusammenhängen, es können nicht lineare Zusammenhänge von Reizen, Impulsen, Ausdruck und Austausch sein.

Ebenso ist es interessant zu untersuchen, aus welcher Quelle kreiere ich?
Welche Gefühle, welche Gedanken, welche Intension brodeln im Urgrund, aus denen meine Kreationen kommen.

Wird etwas bewusst oder unbewusst kreiert? Kreiere ich mit einer Absicht und zielgerichteten Intension?
Oder kreiere ich, wie auf Autopilot gestellt und unbewusst?

Kreiere ich etwas aus innerer Fülle?
Oder kreiere ich etwas aus einem inneren Mangel?

Das sind bedeutende Unterschiede! 

Kreationen sind unbegrenzt und laufen immer weiter. Ausschlaggebend ist die Herkunft, ihre Quelle!! Das ist eine individuelle Verantwortung im Kern eines jeden Menschen, und für mich ist es wichtig, dass wir uns gegenseitig darin erinnern, so gut es geht bewusst zu bleiben was wir „zusammen brodeln“ und aus uns heraus senden.

4. Was bedeutet Kreativität für dich?

Impuls, Prozess, Empfangen, Senden, Austausch, Interaktion, Tun, Nicht-Tun, Phase des Aktivseins, Phase des Zurücklehnens, Raum, Zeit, Fluss, Intensionen, unbewusste und bewusste Anteilnahme.
Mystik, Alchemie und das Verbinden von unterschiedlichen Dimensionen. Der Austausch und Fluss zwischen subtilen und materiellen Feldern.

5. Wie kreierst du Dinge? (Hier gibt es keine Grenzen, ob kochen, gärtnern, singen, handwerkern..)

Bewusst kreiere ich, wenn ich eine Absicht habe. Es beinhaltet eine Navigation und es beinhaltet eine Inspiration. Mein Kompass und meine Richtlinien sind meine Werte und das, was ich als meine Integrität ansehe. Dies kann ein Tanz sein, dies kann linear entstehen oder nicht. Je nach dem, was ich kreieren möchte. Es kann einen offen Raum geben, ich kann mich mehr auf empfangen einstellen und dann, wenn sich etwas bündelt und klar wird, suche ich einen Kanal es ins Außen zu bringen. Es ist ein Tanz zwischen dem weiblichen Prinzip (Vertrauen, Beobachten, Hingabe, Raum geben) und dem männlichen Prinzip (Fokus, zielgerichtetes scharf stellen, aufmerksamer Jäger, Wille auf Umsetzung und Tun gerichtet).

Bewusstes Kreieren ist ein Prozess, in welchem ich die Balance halte und unterschiedliche Anteile von Plan, Struktur und freiem Flow, offenen Raum, sowie wie mein Bauchgefühl und Intuition zu lasse und erlaube.

Genauso kreieren wir unbewusst ständig und überall. Glaubens- und Gefühlsmuster, welche wir uns immer wieder im Aussen bestätigen lassen. Wir erschaffen unbewusst, was wir tief im Inneren glauben. Einige Glaubensmuster bleiben oft verborgen und lassen uns somit unbewusst – das was uns erscheint – kreieren.

6. Woher schöpfst du deine Ideen?

Mmmmhh… schöpfe ich Ideen? Oder werden sie geschöpft?? Da kommt auch die Frage auf „haben wir einen freien Willen“ oder „kommen Ideen und Gedanken aus einer tieferen Quelle, welche wir nicht bewusst steuern?“

Das wird viel und oft diskutiert, für mich ist es eine Mischung. Durch mein Bewusstsein navigiere ich und lerne nützliches und nicht brauchbares inneres Material zu verarbeiten.

Was in meinem Kopf auftaucht, tauch einfach auf. Die meisten Gedanken und Ideen, kommen schneller, als ich diese wählen kann. Es liegt dann an mir, wie ich diese filtere, nutze oder vorbeiziehen lasse.

Die beste Kreation für mich im Leben ist das Leben an sich. Der gesündeste Lebensflow und somit auch die vollsten und erfülltesten Kreationen sind ganzheitlich und inspirierend für das Innen und das Aussen.

Meine Intension ist es aus einem Sein Zustand und Raum aus Liebe und Mitgefühl zu geben und zu schöpfen.  Es ist ein Raum, in welchem ich ehrlich, transparent und wahr sein möchte.
Wenn ich diesen Raum für mich bewahre, dort in Akzeptanz sein kann, kommen für mich sinnvolle Schöpfungen zustande.

In diesen Momenten fühle ich mich mit „der Quelle“ verbunden.

7. Wie arbeitest du am besten kreativ?

Ich liebe es, mir einen ungestörten Raum zu schaffen, mit Ruhe und viel Zeit.
Druck blockiert meinen natürlichen Flow.

Eine liebevolle Intension aus dem Herzen, in Ausrichtung mit meinem Sein und etwas das ich „Geben“ möchte, hilft mir den Fokus zu richten.

Der Start und die Ausrichtung brauchen für mich eine Inspiration, einen tiefen inneren Drang, einen inneren Ruf,

8. Was brauchst du, um im Flow zu sein?

Vertrauen
Loslassen können
Das innere Gefühl von Sicherheit

9. Welche drei Menschen inspirieren dich?

Das wechselt je nachdem gegenwärtigen Moment. Ich kenne viele Menschen, welche mich zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlichen Situationen inspirieren.

10. Was bedeutet Inspiration für dich?

Inspiration bedeutet für mich mit einem wahren Teil in mir selber verbunden zu sein.

Mit wahrem Teil meine ich, wenn ich alte beengende Programme, Dynamiken, Mechanismen und Glaubensmuster, die ich im Laufe des Lebens gelernt habe, so transparent für mich mache, das ich mich damit nicht mehr identifiziere.

Einen weiteren Anteil in mir, beschreibt die „natürliche Essenz“. Dieser Teil ist mit einer Quelle der Kraft verbunden, aus der ich meine Inspriration schöpfe.
Wir sprechen dann von „in-spirit“ oder in „Be-geisterung“ sein, was mir einen tieferen Sinn und Bedeutung gibt.

Kreationen, Ideen, Wünsche aus dieser Quelle geben Menschen oft das Gefühl „dafür würde ich alles machen“ oder „wenn ich sterbend im Bett liege, gibt mir der Gedanken daran ein warmes Gefühl, das es das wert war“.

Inspiration ist für mich der Motor für ein erfülltes Leben, der Geist, welcher mich auf die Spur des wahren Seins leitet. Dieser Geist bringt mich in Ausrichtung und Verbindung mit der wahren Essenz.

11. Was ist dein Anliegen? Was möchtest du uns mit deiner Kunst geben? Was ist dein Dharma (vollkommener Ausdruck)?

Den Ruf, dem ich folge ist es, Menschen einen Raum zu geben, sich selber als „ganzes“ und „heiles“ Wesen zu erfahren.
Heil zu sein, bedeutet ganz zu sein.
Es ist ein Prozess und eine Reise, in welcher man sich erinnert ein multidimensionales Wesen zu sein. Es ist mein Anliegen, Menschen zu begleiten, tiefe eigene Verantwortung und eigene Kraft in ihrem Prozess zu finden.

Ich liebe es, aus vollem Herzen mit Menschen ihre verschiedenen Erfahrungen zu erforschen und dabei auch über den rein psychologischen Tellerrand hinauszuschauen.

Für mich ist Psychologie und Spiritualität nicht trennbar. Wir begreifen unsere psychologischen Muster, wir beleuchten und transformieren sie. Wir geben uns mehr Raum und die Freiheit in uns erfahren, wo tiefere Erfahrungen das Seins betreffen. Wir erleben Kräfte und Inspirationen, welche uns den gegenwärtigen Moment und das eigene Sein im Kontext mit dem Universum auf neue Art und Weise erfahren lassen.

Individuen zu begleiten, um sich mit ihrer inneren Kraft und Quelle zu verbinden, beherbergt für mich das Potenzial zur Wandlung zu einem sinnerfüllten und bedeutsamem Leben.
Der wohl wichtigste Anteil auf der Reise sich selber wahrer zu erfahren und zu entfalten ist die Integration in das alltägliche Leben.

Bewusstsein ist eine große Kunst, jegliche Existenz ist damit durchtränkt und bemalt.

Es ist mein höchstes Interesse, Freude und Inspiration sowie modernes psychologisches Wissen mit „anzestralem Heilwissen“ zu verbinden. Mein größtes „Glück“ ist das ich mit Shipibo Schamanen im peruanischen Amazonas Gebiet seit 6 Jahren lernen und arbeiten darf.

Es ist meine Kunst Raum zu halten, um sich zu erinnern, dass wir EINS mit allem sind.

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