Der Weg

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„Wohin gehst du?“, fragte das Hirn.

„Dorthin, wo der Wind mich trägt“, antwortete das Herz.

„Wo ist das?“, grübelte das Hirn.

„Dorthin, wo mein Selbst mich führt“, gestand das Herz.

„Was sagt es?“, wunderte sich das Hirn.

„Folge mir!“, nickte das Herz.

„Und wenn ich mich nicht traue?“, ängstigte sich das Hirn.

„Dann stehst du im Konflikt“, gab das Herz zu erkennen.

„Zwischen was?“

„Zwischen deiner Intuition und den Dingen, die dein vermeintlicher Werdegang sind“.

„Wie meinst du das?“, stammelte das Hirn.

„Du weißt es nicht?“, wunderte sich das Herz.

„Nein!“

„Bitte, erkläre es mir“, forderte das Hirn.

„Du hast so viel Angst, anders zu sein und nicht dazuzugehören, dass du dein wahres Selbst geopfert hast, zugunsten der Anpassung, für Andere“.

„Warum sollte ich das tun?“, entsetzte sich das Hirn.

„Aus der Angst ausgeschlossen zu werden, aus Angst nicht dazuzugehören, nicht liebenswert zu sein. Aus Angst nicht zu passen, im Grunde frei zu sein, ganz selbst zu sein, ganz dazusein.“

„Ah, und du denkst, du kennst mich so gut“, schnaufte das Hirn.

„Ja!“, sagte das Herz.

„Denn ich kenne die menschliche Sucht nach Anerkennung und Selbstaufgabe“, seufzte das Herz.

„Hat die nicht jeder?“, rätselte das Hirn.

„Das schon. Doch der, der auf seinem eigenen Weg ist, jener also, der Authentizität lebt, der schöpft Anerkennung aus sich selbst und nicht aus Anderen“, erklärte das Herz,

„Was genau sagst du also?“, besann sich das Hirn.

„Lebe !“, schrie das Herz.

„Sei, wer du bist !“, sang das Herz.

„Werde, was dich erfüllt !“

„Liebe, fühle, Sei…

ganz DU…“

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